Übersetzt von Samaela Arteaga · Ca. 6 Min. Lesezeit
Die Anpassung an den Klimawandel ist keine Aufgabe mehr für die Zukunft, sondern heute die oberste Priorität jeder Nation. Dies ist die Grundlage für die Klimakonferenz der Vereinten Nationen (COP 31), den größten Gipfel zur internationalen Zusammenarbeit im Kampf gegen die durch menschliches Handeln verursachten Auswirkungen der Klimakrise.

Die Veranstaltung findet vom 9. bis 20. November in der modernen Stadt Antalya in der Türkei statt. Dort werden die Treffen, Verhandlungen und Beschlüsse zwischen Vertretern von Regierungen, Unternehmen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und verschiedenen Sektoren offiziell stattfinden. Ziel ist es, die globale Zusammenarbeit der vergangenen Jahre zu bewerten und daraus die aktuelle Ausrichtung und die erforderlichen Maßnahmen abzuleiten.
Die seit 1995 jährlich stattfindende Konferenz der Vertragsparteien (COP) ist ein entscheidendes Forum für internationale Strategien und Vereinbarungen. Dort werden Themen wie die Reduzierung von Treibhausgasen, die Klimafinanzierung für Entwicklungsländer und die Gestaltung eines gerechten Übergangs für verschiedene Staaten behandelt. In diesem Rahmen konnten bereits wichtige globale Bündnisse wie das Pariser Abkommen von 2015 geschlossen werden, an dem 196 Nationen beteiligt sind und das darauf abzielt, die globale Erwärmung auf unter 2 °C zu begrenzen.
Die Wirksamkeit der auf dem Kongress beschlossenen Strategien und Vereinbarungen wird jedoch von vielen Organisationen kritisiert, die sie eher als idealistisch denn als konkrete Maßnahmen bezeichnen. Aus diesem Grund steht die diesjährige Ausgabe besonders im Fokus der weltweiten Aufmerksamkeit, da sie darauf abzielt, echte Veränderungen und verbindliche Verpflichtungen der Staats- und Regierungschefs aufzuzeigen. Doch wie kann den Klimagipfeln ihre Glaubwürdigkeit zurückgegeben werden, wenn die Realität der globalen Erwärmung bereits den gesamten Planeten erreicht hat?
EINE HERAUSFORDERNDE REALITÄT ANGEHEN

Auf der Grundlage der Beiträge Brasiliens als ehemaliger Gastgeber der COP 30 wurden drei Prioritäten festgelegt, die bei dieser Konferenz in der Türkei behandelt werden sollen. Erstens geht es um die Umsetzung des in Belém vereinbarten neuen Mechanismus für einen gerechten Übergang. Zweitens die Verbesserung der Messung der Fortschritte bei Anpassung und Reduzierung der Emissionen. Drittens soll die Ausweitung der Klimainvestitionen in von Verschuldung betroffenen Entwicklungsländern erfolgen.
UN-Generalversammlungspräsident Khalilur Rahman fordert von den Staats- und Regierungschefs beim Treffen am 11. und 12. November echte Taten statt leerer Versprechen. Die aktuelle Klimapolitik, getrieben von Massenkonsum, steuert auf eine katastrophale Erwärmung von 2,8 °C zu – und liegt damit weit über den Zielen des Pariser Abkommens.


Die jahrelange Inaktivität verschiedener Regierungen hat dazu geführt, dass die Auswirkungen des Klimawandels zunehmen und immer heftiger werden. Das Jahr 2026 ist geprägt von einem Anstieg der globalen Temperatur, immer extremeren Wetterereignissen, einem Anstieg des Meeresspiegels, Süßwasserknappheit sowie einem beispiellosen Verlust an Artenvielfalt und Ökosystemen. Die Erde erreicht immer mehr kritische Schwellenwerte, jenseits derer es für das menschliche Wohlergehen kein Zurück mehr gibt.
Eines der gravierendsten Beispiele in diesem Jahr war die Klimakatastrophe an der Grenze zwischen Nepal und China am 26. August. Ein gewaltiges Fels- und Eismassiv stürzte aus dem Himalaya 1.400 Meter in die Tiefe und verwüstete Täler, Städte und Gemeinden in der Region. Bei dieser Katastrophe kamen schätzungsweise 1.300 Menschen ums Leben und mehr als 5.000 Menschen werden vermisst, wie das Portal „World Weather Attribution“ meldet.
Wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass die Erwärmung und der Wechsel von Schneefall zu Regen die Struktur des riesigen Eisblocks destabilisiert und schließlich zum Abbruch geführt haben. Ein weiteres drastisches Beispiel für die globalen Folgen des Klimawandels ist das El-Niño-Phänomen. Laut der US-amerikanischen National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) und der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) weist es in diesem Jahr eine seit 30 Jahren nicht mehr gemessene Meeresoberflächentemperatur auf und wird daher als ‚Super-Niño‘ eingestuft.
Angesichts der hohen Intensität des El-Niño-Phänomens hat das Nationale Komitee für die regionale Untersuchung des El-Niño-Phänomens (CN-ERFEN) in Ecuador Warnungen herausgegeben, um die Bevölkerung auf plötzliche Regenfälle, Überschwemmungen und Hochwasser vorzubereiten. Ein Großteil der Bevölkerung ist gefährdet. Verursacht wird dieses Phänomen durch die Erwärmung der Meeresoberfläche im äquatorialen Pazifik. Angesichts dieser harten Realität stellt sich die Frage: Was erwartet uns in den kommenden Jahren, wenn sich nichts ändert?

ENGAGEMENT FÜR DEN WANDEL
Es ist von entscheidender Bedeutung, dass jeder Wirtschaftssektor die Klimakrise im Rahmen seiner Möglichkeiten angeht und sich nicht allein auf die Entscheidungen und Maßnahmen der Regierung verlässt. Der Tourismussektor macht laut dem Weltverband für Reisen und Tourismus (WTTC) rund 10,3 Prozent der Weltwirtschaft aus. Damit wird dieser Sektor zu einer zentralen Säule der Klimaanpassung im Hinblick auf nachhaltige Prozesse.
Die Arbeit des preisgekrönten Reisebüros Responsible Travel für Nachhaltigkeit und verantwortungsvollen Tourismus ist ein Aufruf zum Handeln. Ziel ist es, touristische Aktivitäten mit negativen Auswirkungen auf die Umwelt in Maßnahmen umzuwandeln, die darauf abzielen, lokale Kulturen zu bewahren, die Artenvielfalt zu fördern und Gemeinschaftsprojekte zu unterstützen. Davon profitieren sowohl die Reisenden als auch die besuchten Reiseziele.
„Wenn es kein nachhaltiger Tourismus ist, dann ist es kein Tourismus.“ Angesichts der globalen Realität ist es unmöglich, an alten Tourismuspraktiken festzuhalten. Responsible Travel integriert beispielsweise verschiedene Projekte als Schwerpunkt seiner sozialen Verantwortung, darunter unter anderem:
„A Mano manaba”: Das Ziel besteht darin, die Lebensbedingungen der am stärksten benachteiligten Bevölkerung im Norden der ecuadorianischen Küste (Manabí) durch formelle und informelle Bildungsprogramme zu verbessern.
Adoptiere ein Baum: Man pflanzt sie als Ausgleich für den CO₂-Fußabdruck oder zu Ehren einer besonderen Person, um das Überleben der Bäume und eine echte ökologische Erholung zu garantieren.
Chaka Sucúa: Es sollen 20 Jugendliche aus einkommensschwachen Familien im Rahmen der allgemeinen Grundbildung an der Bildungseinrichtung ‚Julio Padilla‘ im Kanton Sucúa umfassende pädagogische Unterstützung erhalten.


Angesichts der unumstößlichen Realität des Klimawandels zielt der regenerative Tourismus auf eine kontinuierliche Verbesserung der Bedingungen ab. Dabei räumt er dem Leben, der Gesundheit und der Widerstandsfähigkeit indigener Gemeinschaften sowie ihrer Lebensräume oberste Priorität ein. Es geht längst nicht mehr nur darum, Umweltbelastungen zu verringern oder den CO₂-Fußabdruck auszugleichen, sondern Maßnahmen umzusetzen, die aktiv zur Wiederherstellung der Ökosysteme beitragen und für die Gesundheit unseres Planeten unerlässlich sind.
Aus diesem Grund bietet die COP 31 in Antalya die ideale Gelegenheit, den aufgeschobenen Versprechungen und der Untätigkeit verschiedener Sektoren ein Ende zu setzen. Die extremen Klimaereignisse des laufenden Jahres verdeutlichen die harte Realität und die großen Herausforderungen, vor denen die internationale Zusammenarbeit steht. Zu den verheerenden Folgen zählen der Verlust von Menschenleben, irreparable Schäden an Ökosystemen und Lebensgrundlagen sowie generationsübergreifende Auswirkungen in einer sich rasant verändernden Welt.
Auf diese Weise bietet der regenerative Tourismus, wie er von Akteuren wie Responsible Travel vorangetrieben wird, einen praktischen Ansatz, um diese internationalen Strategien vor Ort umzusetzen. Er geht über die reine touristische Aktivität hinaus und entfaltet eine heilende Kraft, die maßgeblich zur Widerstandsfähigkeit der Ökosysteme beitragen kann. Somit stellt er eine tragende Säule dar, um eine lebenswerte Zukunft für heutige und künftige Generationen zu gewährleisten.

















